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Journalismus zwischen den Zeilen

Brutal, Brachial, Bunt | Escape Dead Island

Gepostet Von am August 17, 2014 in Blog |

Brutal, Brachial, Bunt | Escape Dead Island

„Blut spritzt, Gedärme fliegen“. Das haben wir früher auf dem Schulhof immer gesagt, wenn wir irgendwas besonders „krass“ oder „heftig“ fanden. Kein Problem, haben sich die schwedischen Entwickler des Studios „Fatshark“ gesagt und unsere kühnen Jugendvorstellungen kurzer Hand in ein knall-buntes und schrecklich-brutales Survival-Horror-Spiel gestopft. Das Ergebnis heißt „Escape Dead Island“, wird von Deep Silver veröffentlicht und erscheint im Herbst 2014 auf der PlayStation 3, der XBox 360 und dem heimischen Computer.

Der neueste Titel der beliebten Dead-Island-Serie kommt als Survival-Mystery-Game daher und hat sich zum Ziel gesetzt, einige Frage aus dem ersten Teil zu beantworten und einige Rätsel über die Charaktere aufzudecken. Passenderweise ist das Spiel daher zwischen dem Ende des ersten und dem Auftakt des zweiten Teils angesiedelt. „Den Spieler erwartet wieder ein besonders hartes Aufeinanderprallen von Himmel und Hölle“, verraten uns die Entwickler im Gespräch auf am Rande der gamescom in Köln. In malerischer Atmosphäre wird Hauptcharakter Cliff also nicht nur mit fiesen Zombies sondern immer wieder auch mit seiner eigenen Phantasie konfrontiert. „Im Spiel wird sich der Spieler immer wieder fragen, ob er gerade einen Traum erlebt oder das Ganze wirklich passiert“, verrät das Studio uns weiter. Auf den ersten Blick wird dem Spieler also alles geboten, was er sich in seinen kühnen Zombie-Träumen erwartet, wie der erste Trailer bereits vermuten ließ.

In der anschließenden Demo werden wir selbst Zeuge, wie Cliff seine ersten Erfahrungen mit Untoten sammelt. Dabei ist das Spiel ganz im Comic-Stil gehalten, da sich hier laut Entwicklern die Grenzen zwischen Realität und Traum ganz besonders gut ausreizen lassen. In der ersten Szene unseres Spielerlebnis greift unser Recke nach einem Boot und wird plötzlich von einem Mast verletzt und halb aus dem Leben katapultiert. Als Cliff wieder erwacht, findet er sich an einem völlig anderen Ort wieder: Und das erste, was er dort trifft ist zu allem Überfluss auch noch ein Zombie.

EscapeDeadIsland3-gamezone

Schnell wird ein Seil gesucht, um sich in Sicherheit zu bringen – doch auch auf der nächsten Klippe wüten bereits einige Untote. Völlig unbewaffnet spielen Stealth-Elemente an dieser Stelle im Spiel eine besonders wichtige Rolle. Trotz Comic-Optik hat das Spiel eine bedrohliche Situation – und auch die Gräultaten der Zombies werden treffend in Szene gesetzt, wenn eben Blut spritzt und Gedärme fliegen. Um ein paar Gegner abzulenken, dreht Cliff das Radio auf und schleicht weiter, während überall in der Gegend Leichen verstreut liegen, abgetrennte Körperteile auf den Boden fallen und Fliegen durch die Gegend surren. Ab jetzt mit einem Schraubenzieher bewaffnet, ist Cliff bestens für Stealth-Kills ausgerüstet. In brutalen Szene meuchelt der Spieler Zombies von hinten, rammt das Werkzeug in der Zombies Hälse und lässt Blut im hohen Bogen durch die Luft spritzen. In einem verlassenen Bürogebäude stößt unser Überlebender immer wieder auf klingelnde Telefone, aus denen Hinweise Stimmen über die Apokalypse verbreiten. Diese Atmosphäre verleiht dem Gebäude etwas Unvorhersehbares – trotz scheinbar jugendgerechter Grafik. Am Ende der kurzen Demonstration ist der Spieler wieder am Strand angekommen. Plötzlich fallen tausende Container aus dem Himmel und nach kurzer Flucht wird auch Cliff von einem riesigen Kasten erwischt. Er schreckt auf – und die Welt scheint wieder in Ordnung. Das Seil aus seinem scheinbaren Traum hat er aber immer noch in der Hand – auch wenn die Zombies glücklicherweise durch einen blonde, ziemlich lebendige Schönheit, ersetzt wurden. Am dieser Stelle wird deutlich, wie gut die Entwickler die Grenzen von Visionen und Realität verschwimmen lassen.

EscapeDeadIsland2-gamezone

Am Ende kurzen Demonstration sollen noch einmal die Nahkampf-Elemente im Vordergrund stehen: Ein schneller Trailer zeigt die wichtigsten Elemente. Hier werden erneut Gegner erschossen, einzelne Körperteile abgetrennt. Untergelt wird das Ganze durch typische Comic-Slogans. Das Waffenarsenal umfasst wie typische für die Serie eine breite Auswahl an Gewehren, Hiebwaffen oder selbst zusammengestellten Kombinationen. Schlussendlich fasst es der eingangs gesetzte Slogan wohl am Besten zusammen: Escape Dead Island ist „brutal, brachial und bunt“ – und dabei auch noch ziemlich spaßig. Die ersten Szenen legen nah, dass die Gradwanderung zwischen Hölle und Paradies auch im linearen Comic-Look gelingt. Hand anlegen durften die Journalisten auf der gamescom allerdings nicht. Wie sich die harte Action im Kampf anfühlt, bleibt also erstmal abzuwarten.  Zwölf bis fünfzehn Stunden Kampagne, frei erkundbare Gegenden trotz grundsätzlich linearer Story und eine „ziemlich große Karte“, welche die Entwickler ankündigten, machen aber Lust auf einen Urlaub in Zombie-Land.

Text: Florian Gehm | Bilder: DeepSilver / Fatshark